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Reform der Grundsteuer: Die wichtigsten Fakten im Überblick

Mittwoch, 18. April 2018 um 09:06 Uhr

Am 10. April 2Geldscheine018 sprach das Bundesverfassungsgericht ein Urteil, das die Eigentümer von Immobilien aufhorchen ließ. Danach sind die für die Berechnung der Grundsteuer notwendigen Einheitswerte für Häuser und Grundstücke nicht verfassungsgemäß. Der Gesetzgeber ist nun zu einer Reform der Grundsteuer verpflichtet.

Aktuelle Entwicklungen wurden nicht berücksichtigt

Hintergrund des Urteils ist der Umstand, dass im Westen der Republik bisher Werte aus dem Jahr 1964 verwendet wurden, im Osten sogar Werte aus dem Jahr 1935. Hierdurch wurden aktuelle Entwicklungen seit Jahren nicht berücksichtigt.

Es ist beispielsweise möglich, dass ein Haus, das in den 1970er Jahren in einem schlichten Industrieviertel gebaut wurde, mittlerweile in einem angesagten Stadtviertel stehen kann. Auch kann eine schicke Villa am Stadtrand weit weniger besteuert werden, als ein Wohnhaus in der Nähe des Zentrums.

Reform der Grundsteuer bis Ende 2019

Das Bundesverfassungsgericht hat festgelegt, dass eine Reform der Grundsteuer bis Ende 2019 abgeschlossen sein muss. Bis zur praktischen Umsetzung haben die Richter dem Gesetzgeber bis 2024 Zeit gegeben. Wird dieser Termin nicht eingehalten und ist bis dahin keine Neuregelung erfolgt, so ist die weitere Erhebung der Grundsteuer nach dem alten System unzulässig.

Es gibt bereits verschiedene Modelle

Eine komplizierte Neuregelung der Grundsteuer ist nicht zu erwarten, da die Diskussion hierüber bereits seit 1997 geführt wird. Es gibt bereits verschiedene Modelle für die Neuregelung. Bei dem sogenannten Kostenwertmodell, das von den Gemeinden bevorzugt wird, erfolgt eine Ermittlung des Grundstückswertes auf Basis des Bodenrichtwertes und den Baukosten des Hauses. Doch die Ermittlung der nötigen Werte ist zeitintensiv und sehr kompliziert. Bei diesem Modell würde es auch zu einer Steigerung der Grundsteuer kommen, sollten die Gemeinden ihre Hebesätze nicht änesdern.

Ein anderes Modell ist das Südländermodell - bevorzugt von Baden-Württemberg und Bayern sowie Hamburg. Bei diesem Modell werden der Grundsteuer der Grundstückswert und die Gebäudeflächen zugrunde gelegt.

Möglich ist auch eine Bodenwertsteuer, wonach der Wert des Grundstücks auf Basis des Bodenrichtwertes ermittelt wird. Da die Bodenrichtwerte bereits alle 2 Jahre erhoben werden, wird so eine aktuelle Marktentwicklung aufgezeigt - ein hoher Bürokratieaufwand entfällt. Auch gibt es Anreize zwischen den Gemeinden und den Eigentümer zu einer Zusammenarbeit. Die Steuereinnahmen würden sich bei einer besseren Infrastruktur und Kommunalwirtschaft dementsprechend erhöhen.

Wird die Grundsteuer steigen?

Die Reform der Grundsteuer kann in den Gemeinden zu einer Goldgräberstimmung führen und die Belastungen für die Eigentümer weiter erhöhen. So verwundert es auch nicht, dass diejenigen, die gerade ein Haus gebaut haben oder sich für einen Hausbau interessieren, verunsichert sind.

Doch auch Mietern kann Ungemach drohen: Eine höhere Grundsteuer kann zu höheren Nebenkosten führen. Der Bundesfinanzminister möchte eine Erhöhung der Grundsteuer durch die Reform vermeiden. Es soll ein Kompromiss zwischen den Einnahmen der Gemeinden und der Belastung der Eigentümer gefunden werden.

Attraktive Wohnanlagen und Ballungszentren werden wohl stärker betroffen sein als kleinere Städte und Orte auf dem Land. In attraktiven Lagen sind die Bau- und Wohnkosten in den letzten Jahren gestiegen. Wird die Berechnung des Steuersatzes an die aktuellen Marktgegebenheiten angepasst, so kann es hier zu höheren Belastungen kommen.

 
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