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Keller oder Bodenplatte: Vor- und Nachteile beider Varianten

Freitag, 02. Februar 2018 um 10:12 Uhr

kellerbau

 

Der Bau eines Hauses, beginnt mit dem Keller, eine oft zitierte, schöne Metapher, aber ist sie auch in jedem Fall richtig? Falls es Gründe dafür gibt, für sein Haus keinen Keller vorzusehen, dann muss dies natürlich in die ganz frühe Planung einfließen. Die Vor- und Nachteile des kellerlosen Hauses sollen im Folgenden näher beleuchtet werden.

 

Das Haus ohne Keller wird auf einer Bodenplatte errichtet


Besonders erfreulich für den Bauherrn bei dieser kellerlosen Variante sind die deutlich geringeren Baukosten, denn für das Ausheben einer Baugrube für einen Keller einschließlich einer fachgerechten Rundumisolierung der Kellerwände gegen die Bodenfeuchte türmen sich allein schon für den Keller eines Einfamilienhauses schwindelerregende Kosten selten unter 70.000 Euro auf. Dabei spielt die Art des Untergrundes, also die lokale Geologie und Hydrologie, eine entscheidende Rolle.

Es gibt in der Tat sehr viele Situationen, in denen der Bauherr gut beraten ist, von vorneherein auf einen Keller zu verzichten und stattdessen als Basis für sein Haus lediglich eine ausreichende Bodenplatte zu konzipieren. Zwar erfolgen gerade in Hanglagen dafür aufwendige Abgrabungen, aber das Erdvolumen, das dafür abzuräumen ist, steht in keinem Verhältnis zu jenem einer Kellerausschachtung. Im Übrigen benötigt ja auch der Keller seine Bodenplatte, die dann knapp drei Meter tiefer liegen würde.

Der Verzicht auf den Keller bedeutet, dass ein Heizungsraum, eine Waschküche und Vorratskammer dann eben im Erdgeschoss auf der Bodenplatte vorzusehen sind, was den Grundriss des Hauses möglicherweise signifikant vergrößert. In Regionen in denen Bauland günstig zu haben ist, bietet es sich an, die Wohnfläche einfach ein Stück zu vergrößern, um die fehlenden Kellerflächen auszugleichen. Hier bieten sich ebenerdige Nebengebäude an, die, wie die Garagen, zu ganz bestimmten Zwecken (Werkstatt) gleich mit errichtet werden.

In allen Gebieten, die für ihre fast regelmäßigen Überschwemmungen bekannt sind, sollte es geradezu gesetzlich vorgeschrieben sein, dass die Häuser dort prinzipiell ohne Keller auf massiven Bodenplatten zu errichten sind.

 

Die Vorteile eines Kellers

Ein Kellergeschoss bedeutet ein Flächenzuwachs von circa 40 Prozent. Es ist prädestiniert zur Unterbringung der gesamten Haustechnik wie Heizungsanlage und Öltanks, Blockkraftheizwerk oder Teile der Solaranlage. Darüber hinaus bietet der Keller auch noch genügend Platz für eine Waschküche und zur Lagerung von Lebensmitteln und Getränken. Wenn die Kinder größer werden, wird oft ein zusätzlicher Hobbyraum benötigt, der im Keller mit überschaubarem Aufwand eingerichtet werden kann. Nicht zuletzt ist die eigene Sauna eine feine Sache, die meistens im Keller ihren Bestimmungsort findet. Im Übrigen erzielen unterkellerte Häuser in aller Regel einen höheren Wiederverkaufswert, vorausgesetzt, der trockene Keller ist frei von Schimmelbefall.

 

Alternative Hochkeller

Wegen der geringen Ausschachttiefe sind Hochkeller etwas kostengünstiger und sie bieten zugleich den großen Vorteil, dass sie so mit Fenstern ausgestattet werden können, dass sie sich beispielsweise zur Einliegerwohnung eignen. In Hanglage ergibt sich der Hochkeller fast automatisch, da er in Richtung zum Berg hin wie ein normaler Keller zu bauen ist, sich zur anderen Seite hin bereits vollständig über Geländeoberkante befindet und mit entsprechenden Fensterfronten versehen werden kann. Bei der Abwägung der Kosten wird oftmals nicht berücksichtigt, dass eine qualitativ hochwertige Bodenplatte nicht zum Nulltarif zu haben ist. Auch sie muss mit allen notwendigen Anschlüssen und einer gesetzeskonformen Wärmedämmung versehen sowie nach unten gegen aufsteigende Nässe isoliert werden.

 

Die Entscheidungskriterien im Überblick

  • Größe und Topografie des Grundstücks
  • Geologie, Bodentyp und Hydrogeologie
  • Überschwemmungsgefahr
  • Familiäre Situation und Zukunftsplanung
  • Kostenersparnis

 

Fazit:
Dass die meisten Häuser seit eh und je einen Keller haben, hat mit Sicherheit gute Gründe. Dennoch ist diese Tatsache nicht in Stein gemeißelt, soll heißen, dass es ebenfalls viele Gründe gibt, die dafürsprechen, lieber auf einen Keller zu verzichten und sich für die kostengünstigere Bodenplatte zu entscheiden. Wem die schlussendliche Entscheidung wirklich sehr schwerfällt, kann auch den Kompromiss einer Teilunterkellerung in Erwägung ziehen.

 

 
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