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Die acht Grundfunktionsarten von Heizkesseln mit fossilen Brennstoffen
Donnerstag, 24. September 2015 um 15:20 Uhr

Winterzeit ist Heizzeit. Mit dem Anfang des Herbstes fahren auch die Heizkörper wieder vielerorts hoch. Grund genug, einen kurzen Überblick über Heizsysteme zu geben, angefangen mit Heizungsarten fossilen Brennstoffen. Denn gerade, wer sich mit Hausbau beschäftigt, sollte auf ein umweltgerechtes und modernes Heizsystem Wert legen. Systeme, deren Heizkessel mit fossilen Brennstoffen funktionieren, sind umstritten, weil die Rohstoffe knapper werden. Trotzdem werden die dafür entwickelten Brennkessel noch in großer Stückzahl produziert und sind daher recht günstig zu haben. Moderne Heizkessel benötigen immer weniger Brennstoff, um einen hohen Energieertrag zu erwirtschaften.

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Fossiler Brennstoff ist nicht gleich fossiler Brennstoff

Außerdem werden heizungssysteme zunehmend darauf ausgerichtet, auch mit erneuerbaren Energien, beispielsweise Rapsöl, zu funktionieren. Welches System für welches Bauprojekt sinnvoll ist, richtet sich nach verschiedenen Kriterien. Je nachdem ob es sich um große oder kleine Gebäude, alte oder neue Häuser und mehr oder weniger gedämmte Fassaden handelt, ist die ein oder andere Lösung besser. Wichtig ist auch, ob eine Eigenwartung vom Betreiber möglich ist. Beim Schwerpunkt fossile Brennstoffe gibt es acht verschiedene Modelle, die für ein modernes Gebäude in Frage kommen.

Standardheizkessel haben heute ausgedient

Nur noch selten finden sich die Standardheizkessel in Wohngebäuden, da sie nur bis 1980 gebaut wurden und nicht mehr den modernen Richtlinien und Ansprüchen entsprechen. Sie werden mit Heizöl oder Brenngas betrieben und müssen durchgehend auf 80° erhitzt werden, um nicht durchzurosten. Heizkessel, die vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut wurden, dürfen heute nicht mehr betrieben werden. Dementsprechend gibt es für diese Heizkessel auch keine staatliche Förderung.

Niedertemperatur-Heizkessel sind ebenfalls Auslaufmodelle

Seit 1975 gibt es die Niedertemperatur-Heizkessel, die im Vergleich zu den Standardheizkesseln den Vorteil haben, dass sie nicht ständig auf 80° erhitzt werden müssen. Ihre Kesselwassertemperatur kann in Abhängigkeit von der Außentemperatur bis auf 30° reduziert werden, ohne der Gefahr einer Korrosion ausgesetzt zu sein. Die Kesselwassertemperatur kann also in Abhängigkeit von der Außentemperatur soweit abgesenkt werden, wie aktuell für den Heizungsvorlauf benötigt wird. Das spart Energie. Doch auch diese Modelle sind veraltet und werden seit 1998 immer öfter von Brennwertkesseln abgelöst.

Brennwertkessel gibt es für Öl und für Gas

Gas-Brennwertkessel arbeiten ähnlich wie Niedertemperaturgeräte, indem sich die Temperatur im Kesselwasser nach der Außentemperatur richtet. Zusätzlich haben sie den Vorteil, die im Wasserdampf enthaltende Energie auszunutzen. Dabei fällt Tauwasser an, weil die Abgase abgekühlt werden müssen. Liegt dessen Temperatur
unter dem brennstoffspezifischen Taupunkt, können die Abgase kondensieren, Korrosion droht. Deswegen muss ein Kondensatanschluss gelegt und eventuell eine Kondensatpumpe eingezogen und eine Abgassystem in den Schornstein integriert werden.
Die frei werdende Energie des Gas-Brennwertkessels wird auf den Heizkreisrücklauf übertragen. Das hat zur Folge, dass an kalten Wintertagen oder bei nur mäßig gedämmten Häusern die Nutzung des Brennwerts reduziert ist. Gasbrennwertkessel werden mit Erdgas / Flüssiggas betrieben und eigenen sich für Wand- oder Fußbodenheizungen, ebenso für Plattenheizkörper. Fördergelder sind über die KfW möglich.

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Öl-Brenntwertkessel funktionieren ähnlich wie Gas-Brenntwertkessel, sie verwenden als Brennstoff jedoch Erdöl. Dabei werden Einspritzdüsen genutzt, die nicht unter 10 kW Nennleistung erhältlich sind. Sinnvoll ist der Einsatz von schwefelarmem Heizöl, weil dadurch das Material geschont wird und sich die Lebensdauer des Heizkessels entsprechend verlängert. Auch die Öl-Brennwert Heizung benötigt ein Abgassystem, das zusammen mit dem Heizkessel bauartzugelassen sein muss. Die Investitionskosten beginnen bei rund 7000 € und richten sich nach den Gegebenheiten.

Heizen mit Biomasse liegt zur Zeit sehr im Trend

Wer umweltbewusst und kostensparend heizen möchte, greift heute gerne zur Biomasse. Unter dem griffigen Oberbegriff Biomasse Heizkessel werden die Modelle Holzvergaserkessel, Pelletkessel und Hackschnitzelkessel zusammengefasst. Das Heizen mit Holz ist jedoch nur dann umweltschonend, wenn es sich um Restholz aus einheimischen Wäldern handelt, die nachhaltig bewirtschaftet werden. Die Wiederaufforstung garantiert, dass die Ressource Holz nicht verschwendet wird. Wie gut Holz heizt, hängt unter anderem von seinem Wassergehalt ab. Um 1000 Liter Öl durch Holz zu ersetzen, werden ungefähr sechs Raummeter benötigt. Wie groß das Haus ist spielt hier eine besondere Rolle.

Fesstoffkessel als Holzvergaserkessel

Holzvergaserkessel werden in der Regel mit Scheitholz betrieben, indem die Verbrennungsluft von oben zugeführt wird. Das Holz befindet sich dabei in einem Schacht, wo es trocknet und dann bei Sauerstoffmangel verschwelt. Dabei entstehen Gase, die nach unten gedrückt und mit Luft vermischt verbrannt werden. Diese Art der Verbrennung ist schadstoffarm, die Heizleistung liegt bei 30 bis 100 Prozent. Die Dauer einer Brennperiode richtet sich nach der Größe des Einfüllraumes und kann bis zu fünf Stunden dauern. Erst danach kann der Schacht neu befüllt werden. Die Kosten für einen Holzvergaserkessel liegen bei circa 8500 € inklusive eines Pufferspeichers, der für durchgängige Wärme sorgt. Eventuell fallen zusätzliche Kosten für einen Lagerplatz an, ein großes Grundstück ist hier von Vorteil. Fördergelder können beantragt werden.

Pelletkessel

Die Befeuerung mit Pellets geschieht mittels einer sogenannten Förderschnecke, die für regelmäßigen Brennnachschub sorgt. Je nach benötigter Wärme richtet sich die Menge der Pellets. Holzpellets sind kleine, zylindrische Presslinge aus naturbelassenen Hobelspänen, Sägemehl und Rinde. Der Brennstoff wird entweder mit Heißlufpelletst oder piezoelektrisch gezündet. Dabei ist die Qualität der Pellets, nach DIN oder Önorm, maßgeblich für eine störungsfreie Funktion des Heizkessels.

Außerdem muss gewährleistet sein, dass die Pellets keine Feuchtigkeit aufnehmen und möglicherweise aufquellen. Pelletheizung sind wartungsintensiv, weil die Wärmeaustauscher mit der Zeit verkleben. Das liegt am Harzgehalt der Pellets. Aus diesem Grund muss der Heizkessel monatlich gereinigt werden, was entweder per Hand oder automatisch mit einem kleinen Motor möglich ist. Die anfallende Asche kann im Garten entsorgt werden. Auch hier ist eine Förderung über das BAFA-Marktanreizprogramm möglich. Die Investitionskosten liegen bei rund 13.000 €.

Hackschnitzelheizung

Ähnlich wie die Pellets-Kessel sind auch die Hackschnitzelheizungen konzipiert. Das günstige Heizgut, beispielsweise Hackgut aus der Pflege von Straßenrändern oder erntefrisches Nadelholz, muss nicht getrocknet werden, bevor es verbrannt wird. Daher ist die Heizleistung gering. Allerdings auch die Kosten. Die Hackschnitzelheizung hat einen geringen Brennwert, er liegt rund 50 Prozent unter dem der Pellets. Auch hier ist eine regelmäßige Reinigung notwendig, da sonst der Kessel verschmutzt. Wer eine Hackschnitzelheizung installiert, muss ebenfalls mit Kosten ab 13.000 € rechnen, und in der Lage sein, leichte Wartungsarbeiten selber durchzuführen. Auch hier ist eine Förderung über das BAFA-Marktanreizprogramm möglich.

Fragen Sie uns, wir sind bei der Planung ihres Hauses und des Heizungssystems gerne bereit zu helfen.

Bildquellen:

© Baustellen In Birmenstorf AG (Felix5413 / Flickr.com CC BY 2.0)

© Brennwertkessel (stachelbeer / Flickr, CC BY 2.0)

© Pellets I (Christian Schnettelker / Flickr, CC BY 2.0)

 
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